Wo steht eigentlich die Pfarrei St. Franziskus – sowohl in finanzieller als auch in pastoraler Perspektive? Dieser Frage wurde beim UPDATE St. Franziskus nachgegangen – und viele Antworten geliefert.
Die Verwaltungsleitung Maria Heidinger und Kirchenpfleger Robert Lerchenberger machten den Aufschlag zur Veranstaltung: „Der erste Zweck einer Kirchenstiftung ist die Befriedigung der ortskirchlichen Bedürfnisse“, so Robert Lerchenberger bei seinem Auftakt-Statement. Er führte aus, dass Kirchenstiftungen vor allem den Zweck haben, die Pastoral, das liturgische Leben und soziale Initiativen zu unterstützen. „Verkündigung, Feier der Sakramente, Dienst am Nächsten, das sind die Grundvollzüge der Kirche“. Mit diesem Fokus ging es vor allem um die aktuellen Entwicklungen in der Pfarrei und in der Diözese. Während die Einwohnerzahl von Burgweinting und Harting weiterhin steigt, sinkt die Katholikenzahl seit Jahren, so dass die Pfarrei zahlenmäßig kleiner wird. Heidinger erklärte, dass sich vor allem an der Katholikenzahl einer Pfarrei die Schlüsselzuweisung der Diözese aus Kirchensteuermitteln berechnet. So wird auch dieser Verfügungsrahmen der Pfarrei seit Jahren geringer.
Entgegenlaufend werden Personal- und Betriebskosten stetig mehr, so dass die Kirchenverwaltung gezwungen ist, die Finanzen gut im Blick zu behalten und Sparmaßnahmen einzuleiten, die ein Defizit verhindern helfen.
Die gewählten, ehrenamtlichen Kirchenverwaltungsmitglieder der Kirchenstiftung beraten regelmäßig in Sitzungen, wie das geschehen kann. Nicht leicht war die Entscheidung, die Trägerschaft des Kinderhauses St. Franziskus in andere Hände zu legen: die Caritas Kindertagesstätten im Bistum Regensburg gGmbH wird ab 1.1.2026 die Trägerschaft übernehmen. Der gänzlich kirchliche Träger, spezialisiert auf pfarrliche Kindertagesstätten, garantiert der Pfarrei weiterhin, pastorale Angebote in der Kita anbieten zu können und so das katholische Profil des Kindergartens weiter zu pflegen.
Weitere Einsparmöglichkeiten ergäben sich, so die beiden Referenten, an vielen kleinen Stellschrauben. Sie warben um Verständnis, wenn hier und da mehr auf die Finanzen geachtet werden müsste, als es vielleicht bisher der Fall war. Die interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer äußerten Verständnis für die sich verändernde Situation der Pfarrei.
Bei allem, was es in der Pfarrei in wirtschaftlicher Hinsicht zu tun gibt, durfte eines nicht fehlen: der Blick auf die Pastoral in St. Franziskus. Die hauptamtlichen Seelsorger, Pfarrer Michael Hoch und Pastoralreferentin Lea Rembeck, führten die „Baustellen“ noch einmal bildlich vor Augen und überlegten weiter, dass für sie „Baustellen“ auch Möglichkeiten böten. „Dort, wo etwas verändert werden muss, dort ergeben sich auch oft ganz neue Möglichkeiten“. Sie zeigten Bilder von verschiedenen Aktionen, bei denen Ehrenamtliche zusammenkamen und durch viel Eigenleistung das Pfarrheim auf Vordermann gebracht hatten. Die Zusammenarbeit beflügle schließlich alle, die mithelfen, dass die Räume der Pfarrei weiterhin gut genutzt werden können.
Bilder von verschiedenen Gottesdiensten und Veranstaltungen des vergangenen Jahres zeigten einen großen Zuspruch, vor allem von Kindern und Familien. „Die Initiativen von Ehrenamtlichen für die Menschen sind äußerst bemerkenswert“, so die beiden Seelsorger. Viele Angebote wurden möglich, weil sich Menschen einbrachten und ihre Talente allen anboten. Nach(t)Klang, KunstRaumKirche, Frauenbund, Kinderkirche, Ministranten, Chöre und Bands, Eltern, Großeltern, Kinder, Ehrenamtliche in den verschiedenen Gremien und Gruppen zeichnen ein ganz lebendiges Bild von Pfarrgemeinde: kreativ, sozial, engagiert.
„Die Pfarrei macht Freude“, so waren sich die Seelsorger einig. Sie möchten dazu weitere Schwerpunkte setzen. Dabei wollen sie vor allem diese drei Stichworte im Blick behalten: Die Menschen, Spiritualität und Räume. Sie erläuterten, was sie darunter verstünden: der wertschätzende Umgang, Herzlichkeit und Offenheit soll allen zeigen, dass sie willkommen sind. „Man muss nichts vorweisen, um hierher nach St. Franziskus zu kommen. Alle sollen sich als willkommen erleben. Und: „Wir wollen auch über den Tellerrand hinausblicken“ – Solidarität ist das Stichwort dazu.
Sprititualtität, das ist die Suche des Menschen nach Sinn. Hier in St. Franziskus soll neben den traditionellen Formen des Glaubens auch Neues möglich sein. Menschen mit unterschiedlichen spirituellen Erfahrungen und Bedürfnissen sollten in St. Franziskus einen Ort finden, an dem sie ihrer persönlichen Spiritualität nachgehen und ihr Ausdruck verleihen können.
Räume: das sind zum einen die Räumlichkeiten, die die Pfarrei hat: Kirche und Pfarrheim; sie sollen möglichst vielen Menschen zum Nutzen und auch zur Heimat werden. „Gemeinsam können wir diese Orte erhalten, damit wir sie auch gemeinsam nutzen können“.
„Die einen sollen sich hier Zuhause fühlen können, die anderen als Gäste herzlich willkommen“, so der Wunsch der Seelsorger. Kirche solle sich nicht nur auf ihre eigenen vier Wände beschränken: „Wir möchten Kirche auch an anderen Orten erfahrbar werden lassen. Beispiele dafür gab es in der jüngeren Vergangenheit schon einige: Gottesdienste in der Natur und Fahrten zu geschichtsträchtigen Orten bis hin zu sozialen Projekten.
Nach den Vorträgen und den interessierten Nachfragen war am Ende der Veranstaltung noch genügend Zeit um neue Projekte zu besprechen und ins Visier zu nehmen. Ein schöner Ausklang für eine informative, aber auch motivierende Veranstaltung.




