Unter diesem Motto waren am Sonntag, dem 17. November, Menschen nach St. Franziskus eingeladen, die eine ihnen nahestehende Person durch Suizid verloren haben. Eingeladen hatten die Beratungsstelle HORIZONT, die Seelsorge im Bezirksklinikum und die Seelsorge für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen.
Etwa 10.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland durch Suizid. Viele der hinterbliebenen Familienangehörigen oder Freunde sind fassungslos, allein gelassen in ihrer Trauer, oft auch von Schuldgefühlen geplagt. Der einmal im Jahr gefeierte ökumenische Wortgottesdienst will diesen Menschen einen Ort gemeinsamer Trauer bieten.
Etwa 50 Menschen waren gekommen, lauschten den Klängen der Musikgruppe „Joy & Friends“, sangen sogar bei manchen Liedern mit, hörten den von Pfarrerin Julia Sollinger, Pfarrer Dr. Christoph Seidl und Diakon Harald Wieder vorgetragenen Gebeten und Texten zu, hielten Stille und folgten zum großen Teil auch der Einladung, einzeln nach vorne zu kommen um sich persönlich Gottes Segen zusprechen zu lassen.
Motto gebender Bibeltext war die Heilungsgeschichte aus Lk 13,10-17: Jesus heilt am Sabbat eine seit 18 Jahren verkrümmte Frau, er richtet sie wieder auf, nicht „nur“ körperlich, sondern ganz. Christoph Seidl wies darauf hin, dass das Heilungswort Jesu, üblicherweise wiedergegeben mit „Frau, du bist von deinem Leiden erlöst“ (V.12 nach der Einheitsübersetzung), auch so übersetzt werden könnte: „Frau, du hast dich von deinem Leiden gelöst.“ Jesus zeigt sich solidarisch und voller Mitgefühl mit dem Leid dieser Frau, aber er traut ihr auch zu, aus eigener Kraft wieder ihr Leben zu gewinnen.
Im Anschluss an den Gottesdienst war noch Gelegenheit, sich beim gemeinsamen „Nachklang“ im Gemeinderaum des Pfarrzentrums zu begegnen.






