Am vergangenen Passionssonntag erlebte unsere Pfarrgemeinde ein außergewöhnlich berührendes Passionskonzert, das viele Besucherinnen und Besucher tief bewegt hat. Unter dem Titel „Contristatus sum“ – „Ich bin betrübt“ – entfaltete sich in der schlichten Atmosphäre unserer Kirche die besondere Kraft der Renaissance-Musik, deren klare Linien und innere Ruhe seit Jahrhunderten Menschen in der Passionszeit begleiten.

Das Ensemble „… sed vivam!“ unter der Leitung von Hans-Dieter Zanke präsentierte ein fein abgestimmtes Programm mit Werken u. a. von Mathias Gastritz, Cristóbal de Morales, Don Carlo Gesualdo und Orlando di  Lasso. Zanke führte nicht nur musikalisch durch den Abend, sondern war selbst als Tenor zu hören und gestaltete gemeinsam mit der Sopranistin Daniela Guimarães mehrere besonders eindrucksvolle Momente. Die beiden Solostimmen verbanden sich mit dem Ensemble zu einem warmen, transparenten Klangbild, das die polyphonen Strukturen der Renaissance eindrucksvoll zur Geltung brachte.

Zwischen den musikalischen Stücken trug Brigitte Weber die von Martin Schneider verfassten verbindenden Texte vor. Mit großer Einfühlsamkeit öffnete sie sprachliche Räume, die die Zuhörenden tiefer in die geistliche Dimension des Abends hineinführten. Ihre Worte nahmen die Stimmung der Musik auf, deuteten biblische Motive an und ließen die innere Bewegung des Psalmwortes „Contristatus sum“ spürbar werden.

Besonders eindrucksvoll wirkte die ästhetische Spannung zwischen der Alten Musik und dem hochmodernen, nüchternen Innenraum unserer Kirche Sankt Franziskus in Burgweinting. Die klaren Linien und die zurückhaltende Architektur bildeten einen stillen Resonanzraum, in dem die jahrhundertealten Klänge eine unerwartete Intensität entfalten konnten. Gerade dieser Kontrast ließ viele Zuhörende die spirituelle Tiefe des Abends noch deutlicher wahrnehmen. Der Titel des Konzerts knüpfte an die Worte des Psalm 38 an, in dem der Beter seine Erschütterung, seine Schuld und zugleich seine Hoffnung vor Gott bringt. Dieses Ringen zwischen Klage und Vertrauen, zwischen Dunkel und Licht, wurde in der Musik wie in den gesprochenen Texten eindrucksvoll hörbar. Die alten Klänge ließen die seelische Tiefe der biblischen Worte aufscheinen und machten erfahrbar, wie zeitlos menschliche Not, Bitte und Hoffnung sind.

Thomas Köppl

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