Ist es nicht ein Geschenk, immer wieder ein exponiertes Kunstwerk in unserer Kirche ausstellen zu dÞrfen? Man kÃķnnte ja meinen, „St. Franziskus“ sei in ihrer besonderen Bauweise und Ausstattung des Innenraums schon vollkommen genug. Da wundert es immer wieder, dass da noch etwas Neues hineinpasst.

Diese Empfindung haben gerade auch wieder einige bei dem farbenfrohen Acrylbild von Fabian Rabsch, das seit dem 25.5.26 im Altarraum hÃĪngt. Angesprochen durch die Initiative des Bistums „Da-Sein“, die 2011 ins Leben gerufen wurde, bewarb der KÞnstler sich zum Jahresthema „Selig die Frieden stiften (Mt 5,9)“, wurde in den Kreis der AuserwÃĪhlten aufgenommen und vom Kunstkreis der Gemeinde eingeladen, sich bei uns zu prÃĪsentieren. So trÃĪgt auch dieser Ausschuss schon seit 15 Jahren dazu bei, dass existentielle Themen wie Freiheit, Angst, Beziehungen â€Ķ noch einmal anders in den Focus gerÞckt werden, um zur vertiefenden Betrachtung anzuregen, was kann Kunst, das Leben und den Glauben verbinden.

Traditionell fand am 13.6.26 wieder ein GesprÃĪch mit dem KÞnstler statt, der die zahlreichen Interessierten mitnahm, auf/in sein Bild zu blicken und sich darÞber auszutauschen. Fabian Rabsch mit seinen vielfÃĪltigen Ausbildungen als Tischler, Architekt, Bildhauer, SÃĪnger betonte, wie stark die einzelnen Erfahrungen die Entstehung des Bildes geformt haben. Gearbeitet hat er am Boden, da die Leinwand 467 x 165 cm misst, er beschrÃĪnkte sich auf die Grundfarben und bediente sich kaum eines Pinselstrichs. Sein Medium war die Folie, er bestrich sie mit Acryl, brachte sie umgekehrt in mehreren Schichten hintereinander auf. Anfangs sei ihm das Thema sperrig vorgekommen, da der Wortbegriff doch sehr breitgetreten sei und er habe sich die Frage gestellt, wenn es mal nicht um die Macht der MÃĪchtigen und kriegerische Auseinandersetzung geht, was ist friedensstiftend? Sein „Ergebnis“: erst wenn es bei mir innen drin ruhig/friedlich ist, kann ich diese QualitÃĪt auch nach außen tragen.

Ich bin getragen, muss mir und anderen nichts beweisen, kann mich ganz Ãķffnen, vorurteilsfrei Begegnung zulassen. Ich kann mich auf den Weg machen, einatmen, ausatmen, einen Schritt vor den anderen setzen, beobachten, was geschieht. Ich kann stehen bleiben, den Moment einsammeln, weitergehen, in Beziehung treten. Ich kann die Spur wechseln, an Kreuzungen entscheiden, welche Richtung ich einschlagen mÃķchte, kann umkehren, wenn es nicht passt, so immer wieder und weiter unterwegs sein.

Diese Wege sind auf dem Bild schwarz-weiß abgebildet, graphische Linien sind zu erkennen, eine Kreuzesform, aber nicht im 1:1 Format. Kleine Wesen sind ausnahmsweise mit dem Pinsel hineingesetzt. Das ganze Bild wird auch von der gleichen Struktur gehalten, die vier inneren FarbflÃĪchen erstrahlen in krÃĪftigen, satten TÃķnen. Einige Anwesende gehen sogar auf die Suche nach versteckten Motiven. Vielleicht ist ein Gesicht im oberen Farbfeld links zu erkennen, darunter ein RÞckgrat, das ich brauche, um mich friedvoll auf den Weg zu machen? Es reicht nicht, im echten Frieden ein erstrebenswertes Ziel zu sehen, ich muss auch selbst Verantwortung Þbernehmen. Zuschauen reicht nicht. Wir alle sind berufen!

Wunderbar klangvoll und einfÞhlsam auch die musikalischen ZwischentÃķne mit Tobias Bauereiß/Saxofon und Florian Sutor/Klavier.

Wie immer gabÂīs anschließend im Foyer der Kirche Gelegenheit zu Austausch und GesprÃĪch. MÃķge der „Blue Curacao“ auch Geschmackssache sein. Mit der tiefstehenden Sonne, die von hinten durch das ein oder andere Glas fiel, wurde das optische MixgetrÃĪnk deutlich in Szene gesetzt und mit einem Schmunzeln auf unseren ersten WM-Fußballgegner des kleinen Inselstaates hingewiesen.

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