Erntedank bedeutet: Wir schauen auf das, was uns geschenkt ist, und sagen Danke. In diesem Jahr stand der Erntedankaltar in Harting ganz im Zeichen des Sonnengesangs des heiligen Franziskus.
Schon beim Betreten der Kirche fiel der Blick auf die bunten Banner, auf denen verschiedene Textpassagen aus dem Sonnengesang zu lesen waren. Sie erinnern daran, mit welchem Staunen Franziskus die Schöpfung betrachtet hat: die Sonne, den Mond und die Sterne, das Wasser, den Wind, die Erde und all das, was auf ihr wächst.
Auch vor dem Altar wurde diese Vielfalt sichtbar. Zahlreiche Lebensmittel und Erntegaben zeigten, was unsere Erde hervorbringt und was uns täglich ernährt. Dazu kamen verschiedene Symbole, die einzelne Strophen des Sonnengesangs aufgriffen.
Besonders ins Auge fiel dabei ein Baum, an dem Sonne, Mond und Sterne angebracht waren. Er verband auf eindrucksvolle Weise die verschiedenen Elemente des Sonnengesangs und machte deutlich: Die Schöpfung ist vielfältig – und alles ist miteinander verbunden.
So wurde der Erntedankaltar zu mehr als einer schönen Dekoration. Er erzählte eine Geschichte: Von der Schönheit der Schöpfung, von den Gaben der Erde und von unserer Verantwortung, mit diesen Gaben achtsam umzugehen.
Erntedank heißt auch: teilen
Zu einem echten Erntedankfest gehört aber nicht nur das Danken. Wenn wir genug haben, dürfen wir auch an diejenigen denken, denen etwas fehlt.
Deshalb wurden die Lebensmittel vom Erntedankaltar gemeinsam mit den haltbaren Lebensmittelspenden an die Rengschburger Herzen weitergegeben. Dort hat man sich sehr über die Gaben gefreut.
Die Lebensmittel werden unter anderem für das „Tante Emma Mobil“ und das „Onkel Max Mobil“ verwendet. Die beiden mobilen Angebote fahren verschiedene Plätze an und ermöglichen Menschen, die sich einen normalen Einkauf nicht leisten können, sich dort kostenlos mit Lebensmitteln zu versorgen.
Damit bleiben die Gaben unseres Erntedankfestes nicht einfach in der Kirche. Sie werden weitergegeben und kommen dort an, wo sie gebraucht werden.
Die Rengschburger Herzen unterstützen außerdem obdachlose Menschen und bereiten unter anderem auch Angebote für Bedürftige und Obdachlose in der Weihnachtszeit vor. Gerade weil Weihnachten schon näher rückt, werden dort viele helfende Hände und natürlich auch Lebensmittel gebraucht.
Besonders beeindruckend ist, wie viel Arbeit dabei von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern getragen wird. Nur wenige hauptamtliche Kräfte stehen hinter einem Angebot, das ohne das große Engagement der Ehrenamtlichen so nicht möglich wäre.
Unser Erntedankaltar bekommt dadurch noch einmal eine ganz besondere Bedeutung: Wir danken nicht nur für das, was wir haben. Wir teilen es auch.
Vielleicht ist genau das eine der schönsten Botschaften des Sonnengesangs und des Erntedankfestes: Die Schöpfung ist uns nicht zum bloßen Besitzen gegeben. Sie ist ein Geschenk – und aus Dankbarkeit kann Teilen werden.
„Gelobt seist du, mein Herr“ – für die Erde, die uns trägt, für die Früchte, die sie hervorbringt, und für die Menschen, die bereit sind, etwas davon weiterzugeben.











