Eine Woche lang lud der Sonnengesangsweg in der Kirche St. Franziskus dazu ein, die Schöpfung mit neuen Augen zu sehen, innezuhalten und über all das zu staunen, was uns geschenkt ist. Große und Kleine konnten an verschiedenen Stationen den Sonnengesang des heiligen Franziskus entdecken – mit offenen Augen, kreativen Ideen und vielen kleinen Momenten des Staunens.

Ein Wolf, eine geheimnisvolle Druse und viele gute Ideen

Den Auftakt bildete die Familienandacht „Staunen mit Franziskus“, gestaltet von Pastoralreferentin Lea Rembeck. Auch wenn nur wenige Kinder dabei waren, entstand eine ganz besondere Stimmung. Gerade die Jüngsten brachten wunderbare Ideen ein und machten deutlich, wie viel es in der Natur zu entdecken gibt. Da bekam so mancher gleich Lust, einen Drachen steigen zu lassen und die Natur mit allem, was sie schenkt, ganz bewusst zu genießen.

Besonderen Eindruck hinterließ eine Druse: Von außen ein harter, unscheinbarer Stein – im Inneren verborgen warteten funkelnde Kristalle. Was für eine Überraschung! Manchmal muss man eben genauer hinschauen, um das Schöne zu entdecken.

Für eine besondere Begegnung sorgte Pfarrer Hoch, der mit einer Handpuppe in die Rolle des Wolfes von Gubbio schlüpfte. Gemeinsam mit den Kindern entdeckte der Wolf, wie staunenswert die Welt ist. Die Andacht machte so auf spielerische Weise erfahrbar, worum es auch Franziskus ging: genau hinsehen, sich berühren lassen und die Schöpfung wertschätzen.

Übrigens: Die Kinder des Kinderpfarrgemeinderates haben die Geschichte von Franziskus und dem Wolf von Gubbio als Hörspiel vertont. In der Kinderecke finden sich ein Ausmalblatt und ein QR-Code, über den die Geschichte angehört werden kann.

Eine Woche voller kleiner Entdeckungen

Während der folgenden Woche kamen immer wieder Menschen in die Kirche, gingen den Weg und verweilten an den Stationen. Dabei blieb es nicht nur beim Schauen und Nachdenken: Die gemeinsame Sonne wuchs nach und nach, der Friedensbriefkasten füllte sich mit Gedanken und Wünschen, und zahlreiche bunte Windräder wurden gebastelt.

Auch viele Religionsklassen der Grundschule besuchten den Sonnengesangsweg. So lernten die Kinder das Loblied des heiligen Franziskus auf eine anschauliche und kreative Weise kennen. Sonne, Wind, Wasser, Erde und Feuer wurden nicht nur zu Worten aus einem alten Text, sondern zu Dingen, die sich entdecken, gestalten und mit dem eigenen Leben verbinden lassen.

Der Weg zeigte: Zum Staunen braucht es nicht viel. Manchmal genügt ein genauer Blick, eine gute Frage oder ein Moment der Ruhe.

Ein stiller Abschluss – und ein Ende, das einfach kam

Am letzten Tag sollte eine meditative Abschlussandacht unter dem Titel „Im Lob der Schöpfung verweilen“ den Sonnengesangsweg beschließen. In der Kirche lief bereits ruhige Musik, und einige Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, den Weg noch einmal zu gehen.

Zur Andacht selbst kam schließlich nur ein Herr, der den Sonnengesangsweg kurz zuvor bereits für sich entdeckt hatte. So blieb es bei einem kurzen, stillen Abschlussmoment – und Pfarrer Hoch und Pastoralreferentin Lea Rembeck machten sich kurzerhand daran, die Stationen wieder abzubauen.

Auch wenn die geplante Schlussandacht nicht wie vorgesehen stattfinden konnte, bleibt eine Woche voller Begegnungen, Ideen und kleiner Wunder in Erinnerung. Der Sonnengesangsweg war für eine Woche in der Kirche St. Franziskus zu Gast. Er brachte Kinder und Erwachsene zum Staunen, lud zum Verweilen ein und erinnerte daran, wie viel Grund es gibt, dankbar zu sein.

Vielleicht ist genau das die schönste Botschaft des Sonnengesangs: Wer aufmerksam hinsieht, entdeckt immer wieder etwas, wofür sich Staunen und Danken lohnen.

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