Kaum betritt man den Kirchenraum, fällt der Blick auf eine Fotographie, die zentral im Altarraum hängt und bis zum 06.10.24 dort zu sehen sein wird. Links abgebildet ein verbranntes Streichholz, die Flamme droht zu verlöschen. Von rechts kommt ein anderes Zündholz entgegen, um den letzten Funken der Hoffnung aufzunehmen.
Eingebunden in das diözesane Kunstprojekt „Da-Sein“ mit dem Jahresthema „Hoffen wider alle Hoffnung“ betont der Schweizer Künstler Hans Thomann, dass es ihm nicht leichtgefallen ist, einen passenden Beitrag zu finden. Es sei ihm auf eine einfache Lösung angekommen.
Er und seine Frau, aus St. Gallen angereist, wurden von Pfarrer Hoch begrüßt, ebenso das Trio Martina Eff, Lisbeth Schrettenbrunner und Rainer Lacler, die mit ihrer Musik den Abend meditativ begleiteten. Hildegard Schlee-Schindler vom Kunstkreis der Pfarrei führte den Künsterdialog und schloss die Kunstinteressierten mit ein.
Die Fotographie auf Plane (0,7m x 2,4m) entstand 2023 und trägt den Titel DER LETZTE FUNKE WIRD ZUR AUFFLAMMENDEN HOFFNUNG.
Nach der Botschaft gefragt, antwortete der Künstler: zunächst stehe für ihn der Mensch im Mittelpunkt. Er versuche Antworten zu finden auf die Fragen „Woher komme wir? Was machen wir hier? Wohin geht es?“. „Die Welt, in der wir leben, macht vielen Angst. Wir sind umgeben von Krieg, Klimaveränderungen, Vertreibung, Hunger. Wir sind gefangen in unseren eigenen Grenzen, sei es im Beruf, in der Familie oder in unserer körperlichen und psychischen Befindlichkeit.“
Was aber wäre ein Leben ohne Hoffnung? Ist Hoffnungslosigkeit nicht das Schlimmste überhaupt?
Es gibt die ganz Großen in der Geschichte, die mit ihren Hoffnungszeichen andere immer wieder angesteckt haben. Aber auch im Kleinen geschehen täglich wunderbare Zeichen, die die Hoffnung nähren.
„Wann sind Sie das letzte Mal so richtig angesteckt worden, wurde das Feuer in Ihnen entfacht? Wann konnten Sie selbst der Funke sein?“, so fragte der Künstler die Anwesenden.
Über ein Postulat von Immanuel Kant, das nach Meinung Thomanns auch heute noch Gültigkeit hat, gab es im Anschluss an das Künstlergespräch im Foyer der Kirche noch viel Redebedarf. „Es ist unsere Pflicht, Hoffnung zu haben, es ist unsere Pflicht, sie weiter zu tragen.“

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