In Rom wird klar: es gibt wirklich viele Minis. Man kann schon fast von Massen sprechen, wenn tausende Minis aus der Diözese die Metro stürmen. In der Schlange trifft man viele neue und bekannte Gesichter.
Am Montagvormittag geht es nach einer kurzen Metrofahrt und der Formulierung eines neuen Abzählspruchs – „12345678 B-town an die Macht“ – in die kühle Kirche St. Paul vor den Mauern. Man muss zugeben, der Abzählspruch ist ausbaufähig. Aber daran arbeiten wir noch. Im Diözesangottesdienst mit Bischof Voderholzer wird spürbar, wie uns der Glaube verbindet, besonders im gemeinsamen Singen.
Die Menschenmengen zeigen sich dann wieder einmal am Damenklo. Nach einer Weile anstehen und der Suche nach einem kühlen Trinkwasserbrunnen machen wir uns auf den Weg nach Trastevere. Mit einem Eis gestärkt war ein kleiner Umweg verkraftbar und der Charme des Viertels auf der anderen Seite des Tibers schlägt uns in Bann.


Am nächsten Morgen starten wir den Tag mit einem Stadtspaziergang durch das antike Rom. Trotz Baustellen und kleiner Demonstrationen sind die Monumente der Antike ein wahrer Hingucker und faszinieren. Gesättigt mit all den Eindrücken aus der Antike und dem leckeren Essen von Pizza und Nudeln folgt das Highlight der Wallfahrt: die Papstaudienz. Wir wurden sogar ausgelost, den Gottesdienst auf dem Sagrato – ganz nahe am Papst – mitzufeiern. Mit Karten gewappnet und vollen Flaschen geht es nach einer kurzen Wartepause – hierfür war ausnahmsweise das Männerklo verantwortlich – an der Schweizer Garde vorbei in den Sagrato. Ganz nahe am Chor stehen wir auf den Stühlen und singen die mittlerweile als Ohrwurm dienenden Wallfahrtslieder. Ein wahrlich beeindruckender Moment in der Menge, so nahe am Papst.






Unterschriften werden gesammelt und Länderschals getauscht. Das ist aber gar nicht so leicht, wenn die Mehrzahl der Minis auch einen deutschen Schal trägt. Da werden die Österreicher, Schweizer, Ungarn… belagert, um durch Überredungskünste einen Schal von ihnen zu ergattern. Das klappt mal mehr, mal weniger. Nach einer durchaus turbulenten Busfahrt kommen wir alle gut behalten spät abends ins Hotel zurück. Was man der Busfahrt aber lassen muss, ist die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen. Auf engstem Raum erfahren wir, wie es den Minis aus anderen Diözesen so geht und was sie in Rom alles machen.
Am Tag darauf trennt sich unsere Gruppe. Die Rom-Neulinge machen einen Kirchentag, an welchem wir leider feststellen mussten, dass auf dem Hügel der Basilica Santa Maria Maggiore dieses Jahr am 5. August wohl wieder kein Schnee fallen wird, wie es der Legende nach 358 geschehen sein soll. Auch der Lateran wird besichtigt. Mit Stärkung geht es dann zur Piazza Navona und zur wohlbekannten Eisdiele Giolitti. Dort treffen wir die Romerprobten, die mit ein paar der Hitze ausweichenden, den Nachmittag im Schwimmbad verbringen. Die anderen machen sich auf den Weg über die Spanische Treppe.




Ereignisreiche Tage in Rom gehen zu Ende und auch die Romwallfahrt ist für dieses Jahr in ihren letzten Zügen. Morgen Vormittag wird noch einmal gemeinsam mit der ganzen Diözese Gottesdienst gefeiert. Die letzten Eindrücke der ewigen Stadt werden gesammelt und am Freitag treten wir die Heimreise an. Ich freue mich schon wieder auf die nächste Ministrantenwallfahrt in vier Jahren.
