Sichtlich gerührt bedankte sich der Maler, Bildhauer und Lehrer Leo Schötz bei den vielen Gästen, die zu seiner Vernissage am 12.10.24 nach St. Franziskus gekommen waren, bei Thomas Köppl, Religionslehrer am AAG Regensburg, der die Veranstaltung moderierte, und bei Johannes Buhl, Musiklehrer am AAG Regensburg, der mit seinem E-Piano für die meditativen „Zwischentöne“ sorgte. 

Im Rahmen des Kunstprojekts „Da-Sein in Kunst und Kirche“ des Bistums Regensburg wird sein Bild „Die Vorahnung“ bis zum 10. November in St. Franziskus/Burgweinting zu sehen sein. 

Wer ist Leo Schötz? Jahrgang 1963 wechselte er nach angefangenem Studium der Kunstgeschichte in Regensburg nach München an die Kunstakademie. Schon vor seinem Staatsexamen 1991 begann er Kunstwerke auszustellen. Seine Malerei sieht er im Einflussbereich der Gruppen „Spur“ und „CoBrA“, besonders schätzt er das Werk von Georg Baselitz. Schötz lebt und arbeitet in der Nähe von Blaibach.

Auf seiner Homepage ist zu lesen „…malen ist wie unbekannte Samen in die Erde stecken, die Leinwand so lange zu gießen um wie ein ungeduldiges Kind das Sprießen nicht erwarten zu können… und meistens ist das Unkraut schöner als die Saat…“.

Das Gespräch mit dem Künstler an diesem Abend wird in besonderer Erinnerung bleiben, da er in den Tagen vorher noch eine Chemotherapie zu bewältigen hatte. Als er 2021 die ersten Pinselstriche mit Acrylfarben auf sein großformatiges Bild setzte, wusste er noch nichts von seiner Krebserkrankung. Es sollte ein Gartenbild werden. Nach der Diagnose übermalte er es immer wieder, nichts Ungewöhnliches in seinem Schaffen. Er veränderte Konturen, schlug neue Richtungen ein, folgte seinem Inneren und seinen Stimmungen. Es überraschen die hellen Farbtöne, die zu erwartenden dunklen und düsteren wählte er nicht. Die verschwommene Figur in der Mitte schaut ins Ungewisse und ist mit sich beschäftigt. Der nackte Mensch wirkt wie Adam oder Eva im Paradies vor dem Baum der Erkenntnis. Schötz nennt seine Arbeit „Vorahnung“.

Vorahnungen müssen nicht immer unheilvoll sein. Vorahnungen positiver Art könnte man Zuversicht nennen. „Mit dem optimistischen Naturell meiner Mutter und weil ich meine Kunst hatte, bin ich in kein Loch gefallen. Sie gibt mir Kraft für das Jetzt“, sagte Leo Schötz.

Nach einer letzten musikalischen Meditation setzte Thomas Köppl den Schlusspunkt mit einem eigenen Text, seinem Freund Leo Schötz gewidmet.

Die Vorahnung 

Du malst 
ahnungslos 
verzweifelt 
ein abstraktes Bild 
von dir selbst 

zeigst dich 
nackt 
schutzlos 
ausgeliefert 
vor dunklen Wolken 

in hellen Farben 
erblüht 
die Vorahnung 
auf dein Leben 
in Fülle 

Nach der andächtigen Stille im Kirchenraum wurde es dann bei den vielen Fragen an den Künstler noch einmal lebendig. Beim Stehempfang im Foyer, den der Kunstkreis der Pfarrei vorbereitet hatte, schaute schon die Nacht herein.

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