Die große Anzahl von Besucherinnen und Besuchern, die zum Gottesdienst kamen, haben gezeigt: das Angebot der „Blauen Stunde“ hat in St. Franziskus eine neue Heimat gefunden .

Zum ersten Mal fand die „Blaue Stunde“ in Burgweinting statt. Das Vorbereitungsteam hatte sich viel Mühe gemacht, um dem bisherigen Modell – einen ansprechenden Gottesdienst für junge Erwachsene anzubieten – treu zu bleiben und dennoch eigene Akzente miteinzubringen. Die Franziskus-Kirche in Burgweinting bot dazu einen besonderen und vielversprechenden Rahmen.

Der runde Kirchenraum mit seiner besonderen Abendstimmung war in in blaues Licht getaucht, als zahlreiche junge und jung gebliebene Menschen die Kirche aufsuchten. Die Einladung, die auf verschiedenen Wegen weitergeleitet wurde, war offenbar angekommen.

Vertraut und gleichzeitig herausragend war die musikalische Gestaltung des Sonntagsgottesdienstes, der bewusst erst um 20:00 Uhr – am Ende des Tages, zur blauen Stunde eben – begann. Die Band „ConTakt“ hat schon langjährige Erfahrung in der Gestaltung der „Blauen Stunde“. Gerne waren die Musikerinnen und Musiker, Sängerinnen und Sänger gekommen, um mit einer Auswahl an Liedern aus der Messe „Lied vom Licht“ von Gregor Linßen den Gottesdienst besonders anrührend zu gestalten. >>>

Pfarrer Christoph Seidl setzte mit seiner Predigt anspruchsvolle und zugleich einfühlsame Impulse zu den biblischen Texten des Sonntags. Die Erzählung vom brennenden Dornbusch erinnert an eine wunderbare Gottesbegegnung eines Menschen. „Vielleicht wird uns diese biblische Ur-Geschichte mitten in der Fastenzeit erzählt, um uns an unsere Momente der Gottesbegegnung zu erinnern“, überlegte der Prediger. Drei Impulse gab er der Gottesdienstgemeinde an diesem Abend mitten in der Fastenzeit mit: Heilige Orte gibt es viele – nicht nur am Horeb. Orte der Gottesbegegnung seien auch Krankenzimmer, die Seidl schon oft als heiligen Ort erfahren habe, weil es dort oft ums Wesentliche, ums Leben selbst geht. Er sei sicher, dass man dort „im anderen Menschen letztlich Gott selbst begegnen“ könne.

Der Gottesname sei ein weiterer Impuls für die Fastenzeit: „Ich bin der ich bin“. Mit diesem Namen offenbart sich Mose im brennenden Dornbusch. Dieser Name erklärt sich durch sein Tun: Er sieht auf das Leid seines Volkes, er hört die Klage, er weiß um die Not. Seidl ist persönlich überzeugt: „Für mich ist das ein schöner Hintergrund für alle Menschen, die miteinander in Beziehung stehen und einander beistehen in Beruf, Nachbarschaft, Familie. Wenn ich „da bin“, habe ich Anteil am Tun Gottes!“

Und schließlich endet die Begegnung des Mose mit Gott in einem ziemlich direkten Auftrag. „Und jetzt geh!“ Seidl weiß: „Einwände gibt es immer. Und die Zeiten sind auch immer schwierig. Was allein hilft, sind Menschen, die nicht resignieren, sondern versuchen, ihren Dienst an ihrem je eigenen Ort unverwechselbar gut zu erfüllen.“ Dort, an heiligen Orten, in der Gegenwart Gottes, im Erfüllen seines Auftrags, dort geht im wahrsten Sinne des Wortes ein Licht oder ein Stern auf.

Als besonderes Highlight steuerte Daniel Kapulla eine Video-Installation zum Gottesdienst bei, die die Besucher mitten in die biblische Geschichte hineinführte und mit allen Sinnen anrührte. Die gesamte Pfarrkirche St. Franziskus bietet dazu einen wunderbare Projektionsfläche, die der Künstler wohl zu nutzen wusste. Sein Design wurde von ihm eigens für die „Blaue Stunde“ entwickelt und installiert.

Im Anschluss an diesen besonderen Gottesdienst war noch reichlich Gelegenheit, um am Kirchplatz und im nahegelegenen Pfarrheim beisammenzubleiben. Tee und kleine Knabbereien waren vom Vorbereitungs-Team hergerichtet, so dass der Abend für viele zu einem herzlichen Wiedersehen wurde.

Die „Blaue Stunde“ geht weiter. Am Sonntag, 18.5., 20:00 Uhr feiert Pfr. Hermann Josef Eckl den Gottesdienst und am Sonntag, 13.7., findet ebenfalls ein weiterer Gottesdienst für junge Erwachsene in St. Franziskus statt.

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