„In deinem Zelt möchte ich Gast sein auf ewig, mich bergen im Schutz deiner Flügel“ ( Psalm 61,5)
Ob dem Vorbereitungsteam, die Beratungsstelle HORIZONT, die Seelsorge im Bezirksklinikum und die Seelsorge für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen, bewusst war, dass sie in eine Kirche einladen würden, „die sich öffnet zum Himmel und Geborgenheit gibt auf Erden“, so die Architekten Königs.

Egal, aus welcher Kultur wir kommen, ob wir religiös sind oder nicht, und welchen sozialen Status wir haben, wir suchen unser ganzes Leben lang nach dem Gefühl von Geborgenheit. Geborgenheit ist allumfassend, ein tief verwurzelts Lebensfundament, das unser Sein, unser Erleben und unsere Persönlichkeit und deren Entwicklung beeinflusst und fördert.
Nach einem Suizid in der Familie oder im Freundeskreis kann sich das gesamte Leben verändern. Neben dem Schmerz aufgrund des Verlustes durchziehen oft Ohnmacht, Schuldgefühle und Scham den Alltag. Für die Hinterbliebenen beginnt ein Weg der Trauer, der oftmals erschwert ist durch das Tabu „Suizid“. Und immer wieder stellt sich die Frage: Warum?
In der Predigt versuchte Diakon Harald Wieder den Anwesenden damit Trost auszusprechen, dass Fragen an die Vergangenheit – „Wo warst du Gott?“ – nichts ändern, klären können. Es gehe mehr darum, wie ich mich JETZT in Gott geborgen, behütet, gehalten wissen kann. Und er verwies auf 2. Mose 13,20-22: „Und der Herr zog vor ihnen her, am Tag in einer Wolkensäule, um sie auf dem Weg zu leiten, und in der Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht ziehen könnten. Am Tag wich nicht die Wolkensäule, und in der Nacht nicht die Feuersäule vor dem Volk“.
So könnten auch wir auf unserer Wanderschaft Gottes Präsenz, Gottes Schutz und Gottes Führung sicher sein mit Menschen um uns herum, die einfach da sind, damit Vertrauen ins Leben wachsen kann.
Ein sehr besonderer Moment war die Einzelsegnung, als Pfarrer Christoph Seidl (Seelsorge für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen), Diakon Harald Wieder und sein ehemaliger Kollege Pfarrer Wolfgang Reindlmeier (Bezirksklinikum) mit einer Handauflegung die heilsame, lebensbestärkende Kraft Gottes erfahrbar machen wollten. Damit das eigene Zelt immer gut verankert und für alle Lebensstürme gewappnet ist, lagen robuste Erdnägel zum Mitnehmen bereit.

Die Fürbitten, von Betroffenen in den Raum getragen, waren sehr persönlich, unterbrochen durch das aus Taizé bekannte „ O Christe Domine Jesu“, begleitet von der Gruppe „Omnes Gentes“, die musikalisch einfühlsam den Gottesdienst mitgestaltete.
Im anschließenden gemeinsamen Nachklang war im Pfarrsaal Gelegenheit zur Begegnung und zum gemeinsamen Austausch.
