Die Karfreitagsliturgie setzt Leiden und Sterben Jesu eindrucksvoll in Szene und lädt zur „Feier des Leidens und Sterbens“ ein. Kann man Leid feiern oder muss man vor dem übermäßigen Leid in der Welt nicht vielmehr zu einem Klagelied anstimmen?

Die Liturgie des Karfreitags eröffnete in St. Franziskus äußerst eindrücklich mit Hammerschlägen zur Todesstunde Jesu. Dazu war die Gemeinde versammelt, um Jesu Sterben vor 2000 Jahren zu gedenken. Die Schrifttexte, die großen Karfreitagsfürbitten und die Kreuzverehrung luden die Mitfeiernden ein, das ganze Leid der Welt zur Sprache zu bringen, das im Leiden und Sterben Jesu am Kreuz umfangen ist.

Wie gehen das Leid in der Welt und der Glaube an einen guten und allmächtigen Gott zusammen? Diese Frage stellte Pfarrer Hoch in seiner Predigt. Viele Versuche gäbe es in der Theologie, die Frage nach der Rechtfertigung eines guten und allmächtigen Gottes zu beantworten. Viele Antworten seien schlüssig, aber auch keine endültig zufriedenstellend.

Am Kreuz begegnet Gott selbst – so das Bekenntnis aller Christinnen und Christen. Für Pfarrer Hoch ist das Leiden der Menschen die „dünnste Stelle in der Hülle zwischen Gott und dem Menschen“. Im Leiden eines jeden Menschen könne man Gott spüren. Ihn lässt das Leiden nicht kalt. Er wird selbst vom Leid angerührt, weil er das Leiden seines Sohnes nicht gescheut hat.

Das diesjährige Karfreitagskreuz, das von den Ministrantinnen und Ministranten zur Verehrung in die Pfarrkirche getragen wurde, wurde in den letzten Wochen aus einfachen und recycelten Zimmerer-Balken von Künstler Dominik Schleicher zusammengefügt und gestaltet. Unzählige Nägel wurden von den Gottesdienstbesucherinnen und Gottesdienstbesucher zusammengetragen – jeder Nagel symbolisiert ein spezielle Leiderfahrung. Alle Nägel zusammen lassen die Umrisse des toten Körpers Jesu am Kreuz erahnen.

Mit der Kommunionfeier und dem „Segensgebet über das Volk“ schloss die Feier. Zurück blieb das mit Nägeln übersäte Kreuz – Erinnerung an Leiden, Erlösung und immer auch schon ein bisschen Auferstehung.

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