Einen Kreuzweg (mit)gehen, dazu gab es am Palmsonntag um 19 Uhr eine ganz besondere Gelegenheit in St. Franziskus.
Thomas Köppl, ehrenamtlich zum Pastoralteam der Gemeinde gehörend und hauptamtlich Lehrer am Albrecht-Altdorfer-Gymnasium hatte wieder eingeladen, sich in besonderer Weise auf die Karwoche einzustimmen. Dabei sollte die Betrachtung des Leidens Jesu am Kreuz kein abstraktes Geschehen bleiben, sondern immer auch ein „Sich-Hineingeben“ in eine Wirklichkeit sein, die für jede/n von uns gilt.
Die Texte von Thomas Köppl sind über Jahre entstanden, gelesen wurden sie von Michaela Hörlin und ihm selbst, mal im Altarraum, mal auf dem Weg durch die Kirche. Nach jeder Station erklang die Orgel, gespielt von Wolfgang Hörlin, vielen vielleicht bekannt als Stiftskapellmeister von 2011-2024 der Stiftskirche zur Alten Kapelle in Regensburg. Seit 1994 ist er Dozent für Orgel, Orgelimprovisationen, liturgisches Orgelspiel an der Hochschule für Musik und Theater in München.
Die schlichte Rückwand der Kirche bot sich gut als Projektionsfläche an, um auf rotem Untergrund die einzelnen Stationen anzuzeigen, ergänzt mit schwarzweiß Zeichnungen von Franz Berg.
Verurteilt – Das Kreuz auf der Schulter – Hinfallen und wieder aufstehen – Mütterlicher Augenblick – Das Kreuz mittragen – Leiden hat ein Gesicht – Am Boden zerstört – Tränenblinde Augenblicke – Am Ende der Kraft – Heruntergerissene Kleider – Festgenagelt – Verlassen im Tod – Vom Kreuz genommen – Ins Grab gelegt – Auferstanden
Allein die Aufzählung machte deutlich, wie sehr wir mit diesen markanten Wegpunkten in Verbindung stehen.
Einerseits erinnern wir uns an das, was Jesus durchlebt hat: Verrat, Heuchelei, Ausgrenzung, Einsamkeit, Schmerz, Gewalt, Traurigkeit, Verlassenheit, Tod. Andererseits werden wir uns unserer eigenen Ängste und Grenzen auf dem persönlichen Kreuzweg bewusst. Sie zu meistern und in der Liebe zu wachsen, ist Einladung genug.
Raum zum Hören, Vertiefen, Meditieren bot das Spiel an der Orgel, wohl „wissend, es ist kein Spiel“ (Köppl), wenn die Töne aufbrausen, es hämmert, dröhnt, gewaltig schmerzt, Tränen, die tropfen, zu vernehmen sind, Impulse zum Weitergehen erfolgen … es plötzlich totenstill ist. Meisterhaft die Interpretationen von „Mir nach, spricht Christus, unser Held“, O Haupt voll Blut und Wunden“, Zum Paradies mögen Engel dich geleiten“.
Möglich, dass viele Besucherinnen und Besucher mit einem Geschenk für die Karwoche nach Hause gegangen sind.






