Mitglieder des Stammtisches für die Zukunft von St. Michael machten sich am 11.12. auf, um St. Theresia in Kumpfmühl zu besichtigen. Der zuständige Architekt für die Sanierung, Patrick Greber, führte durch den 1899 erbauten und im vergangenen Jahr profanisierten Kirchenraum. Der Architekt bringt bereits Erfahrungen von ähnlichen Projekten in Basel und Zürich mit, an denen er beteiligt war. Das Klosterareal inkusive der Kirche hat das Immobilienzentrum vom Karmelitenorden übernommen. Herr Dr. Rainer Girg vom Geschichts- und Kulturverein Regensburg Kumpfmühl e.V. begleitete die Gruppe aus Burgweinting und konnte viel Hintergrundwissen beisteuern.

Mittlerweile sind Weihwasserbecken, Seitenaltäre, Kanzel und Bestuhlung der Kirche entfernt und zur Weiterverwendung anderen Kirchen zugeführt. Auch dem Hochaltar, der in einer polnischen Kirche aufgestellt werden soll, und der noch spielbaren Orgel steht der Umzug noch bevor. Dabei ist das Nutzungskonzept für die Zukunft noch nicht vollständig klar. Die Kirche soll zu einem Veranstaltungsort und Treffpunkt im Ortsteil Kumpfmühl/Ziegetsberg mit 18.000 Einwohnern werden.

Um größere Schäden am Gebäude zu vermeiden, werden mittlerweile Dach und Fassade saniert, was bereits Kosten von mehreren hundertausend Euro verursacht hat. Um überhaupt eine öffentliche Nutzung zu ermöglichen, stehen als nächste Schritte der Einbau von Toiletten, Fluchtwegen und einem barrierefreiem Zugang bevor.

Das größte Problem sieht Patrick Greber darin, wie die Kirche gedämmt bzw. beheizt werden soll, was die eine potentielle Nutzungsfindung sehr einschränkt. So wurden bereits Konzepte diskutiert, die auf Höhe der Empore eine Art Zwischendecke mit Lichtschächten vorsieht, oder einen „Dunklen Raum“, der in die Kirche „gestellt“ wird, um dieses Problem zu umgehen. Jedoch würde dadurch die Nutzung des impostanten Kirchenraums als Ganzes nicht mehr möglich.

Die bei der Führung mitwirkende Dozentin an der OTH berichtete von „wintergartenähnlichen Konzepten“ um die Frage der Dämmung in den Griff zu bekommen. Solche Konzepte werden an der Hochschule bereits mit Studenten diskutiert, da das Thema der Kirchenraum-Neunutzung in der näheren Zukunft eine größere Wichtigkeit erlangt.

Mit dem Immobilienzentrum steht der Neunutzung der Kirche zwar ein finanzkräftiger Investor im Hintergrund, man will sich jedoch mit der Nutzung und Geldausgaben vorsichtig vorantasten. Zuerst sollen in Kumpfmühl nach den oben genannten ersten Umbauarbeiten Veranstaltungen wie Konzerte möglich werden. Dann sollen Schritt für Schritt weitere Nutzungsmöglichkeiten ins Auge gefasst werden, beginnend mit den dazugehörigen Nebenräumen der Kirche, wie das von den Mönchen zum Kirchenbesuch benutzte Balkonzimmer, sowie ein weiterer Zusammenkunfts- bzw Besprechungsraum, der an den Kirchenbau angeschlossen und integriert ist.

Die bereits durchgeführten ersten Maßnahmen in Richtung „Neunutzung“ ermöglichte es den Teilnehmern, während des Besuches eine genauere Vorstellung zu entwickeln, was mit weiteren Schritten auch in St. Michael auf die Pfarrgemeinde zukommen und welche Optionen angedacht werden könnten bzw. welche Schritte der Reihe nach zu gehen sind.

Die Besucher kamen zu dem Schluss, dass ohne einen Geldgeber erste Schritte für St. Michael in Burgweinting nicht möglich sind, und ohne ein ausgearbeitetes Konzept auch öffentliche Gelder wohl kaum zu erlangen sind. Bei St. Theresia ist jedoch durch das Engagement eines Investors ein iteratives Vorgehen möglich.

Nach einem noch ausstehenden Gespräch der Vorstandschaft des Kirchenbauvereins zusammen mit derm Amt für Stadtentwicklung noch vor Weihnachten wird von den Teilenhmern des Stammtisches Jutta Matthes, Christian Specht, Lisbeth Schrettenbrunner-Peßler und Thomas Zeitler im neuen Jahr zusammen mit dem bis dahin gewählten neuen Kirchenpfleger von St. Franziskus ein weiterer Stammtisch zur Zukunft von St. Michael organisiert. Der Termin wird noch rechtzeitig bekann gegeben. Die Teilnahme und Mitarbeit von interessierten Gemeindemitglieder ist mehr als willkommen.

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