Der Künstler Jörg Länger ist sich sicher: Kunst bewegt und rührt Menschen an. In St. Franziskus sind einige seiner Werke zu sehen. Und der Künstler kam, um mit Interessierten über seine Kunst zu sprechen.

In Berlin geboren, in Hamburg aufgewachsen, zog es den Künstler Jörg Länger schon früh zu den existenziellen Fragen des Lebens hin. Er studierte Geisteswissenschaften an der Freien Universität Berlin um dann zur bildenden Kunst zu finden, die er an der Freien Kunststudienstätte Ottersberg studierte. „Kunst ist die Tochter der Freiheit“, darin stimmt Länger dem berühmten Dichter Friedrich Schiller zu. Vielfach zitiert der Künstler in seinen Werken Klassiker der Literatur und bildenden Kunst. „Zum einen als Hommage an die Künstler, zum anderen als Wiedergeburt in neuer Kunst“, so Jörg Länger, der beim Kunstrundgang durch die moderne Pfarrkirche ins Philosophieren und Nachdenken kam und dabei seine aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörer ansprach und in seine Gedankenwelt mitnahm.

Zum ersten Mal waren mehrere Kunstwerke desselben Künstlers in St. Franziskus ausgestellt, was zu einem Rundgang durch die Kirche einlud. Dabei wurden die großen Themen des Künstlers sichtbar, denen er sich in seinem Leben und in seinem Werk stellt, ganz dem Motto Joseph Boys‘ getreu: „Lebenslauf = Werklauf“. Das Arbeiten mit dem Raum gefällt dem Künstler. So arbeitete er eng mit dem Kunstkreis von St. Franziskus zusammen und stellte seine Bilder aus verschiedenen Zeiten seines Lebens und Schaffens in neue Zusammenhänge.

In zahlreichen Bildern spricht Länger Fragen der Existenz des Menschen an. In seinen Kunstwerken ist damit ‚immer auch ein Stück Sternenhimmel‘ mit dabei. Das meint der Künstler zum einen wörtlich, weil in allen Bildern Sterne und tiefblauer Hintergrund zu sehen sind. Zum anderen weist ihn die Größe und Weite des Weltalls darauf hin, dass eigene Probleme in diesem Zusammenhang oft anders dastehen, vielleicht sogar kleiner werden.

Damit griff der Künstler das Thema des Projektes „Da-Sein in Kunst und Kirche“ des Bistums auf, das Künstlerinnen und Künstler einlud, ihre Vorstellung zum Thema „Hoffen wider alle Hoffnung“ auszudrücken.

„Existenzielle Fragen führen auch immer hin zum Heiligen“, sagt der Künstler. So erweitert der Künstler den Gedanken Schillers und meint: „Die Kunst ist auch eine Tochter des Sakralen“. Bilder, die im Altarraum der Pfarrkirche hängen, laden ein, dem Christus der Passion näherzukommen. Länger hat dafür einen eigenen Zyklus von 14 Passionsbilder geschaffen, die er „Icon vera“ nennt, „wahre Bilder“, und das ganz in der Tradition der orthodoxen Ikonenmalerei versteht. Allerdings bleibt er dabei nicht stehen, sondern erweitert und verfremdet auf gekonnte und markante Art und Weise in seiner Kunst, so dass der Betrachter oft erst auf einen zweiten Blick hin tiefer sehen und verstehen lernt.

Den Abend gestalteten die Percussionistinnen Martina Eff und Lisbeth Schrettenbrunner musikalisch mit „Sternenmusik“. Neben Klangwerk kamen auch Flöten zum Einsatz. Der Kunstkreis lud im Anschluss zum Austausch und kleinen Umtrunk ein, Zimtsterne durften da natürlich nicht fehlen. „Ein sehr gelungener Kunstabend“, so waren sich viele Besucher einig.

Die Bilder sind in St. Franziskus noch länger zu sehen: die Ausstellung läuft bis 28.2.2025.

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