In der bereits vorweihnachtlich geschmückten Kirche mit viel Kerzenschein waren Claudia Schmid und Sonja Jansa wieder Meisterinnen ihres Klangs und luden herzlich dazu ein, zum Abschluss dieses Abends, dieser Woche selbst auf Klangreise zu gehen, vielleicht einen bestimmten Klang mit in die nächsten Tage zu nehmen, sich an einen besonderen Klang zu erinnern … 

Zu Beginn Töne vom Monochord, die wie aus der Ferne erklingen, dazu Gongschläge, präsent und nah. Spuren, die sich wieder verlieren und neu zeigen, Töne, die leiser werden, dröhnen, erbeben, vibrieren, donnern, fortgetrieben werden, anklopfen, ins Zärtliche zurückgeführt werden, mit einem Paukenschlag. 

Klangstäbe erinnern an ein Uhrwerk, das sich in Bewegung setzt, an einen Fluss, der sich ins Meer ergießt. 

Neue dumpfe Töne erfüllen den Kirchenraum, machen nachdenklich, rollen wie auf Schienen, Motorengeräusche liegen in der Luft, weiten sich aus. Vorbeirasende Autos, ein Düsenjet oder doch nur rotierende Hubschrauberflügel? Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ruhe stellt sich ein, der Herzschlag verlangsamt sich, Paradox! 

Claudia Schmid lässt die Anwesenden an Gedanken der Stille teilhaben. Hat sie womöglich einen eigenen Klang? 

Aus der STILLE ertönt aus allen Ecken der Kirche ein fein klingendes Geläut, fast so, als würde am HL. Abend das Christkind angekündigt. Ein (Lock)ruf aus der Ferne, etwas Ankommendes nimmt Fahrt auf, will gehört werden, begleitet durch einen wiederkehrenden Rhythmus mit dem Gongschlag, der das „Gewaltige“ mit leisen Tönen begleitet, im Gleichgewicht hält und erdet. 

Töne von überall her, alle unterschiedlich, so, als könne ich mich andocken, mit ihnen auf Reisen gehen, friedlich, ganz im Einklang mit mir selbst. 

Es ist etwas von Andacht zu spüren. 

Mit Worten aus Psalm 91,11 „Der Herr hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf all deinen Wegen“, wird der Nach(t)klang noch lange nachklingen.

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