Nach der Vorabendmesse am 01.06.24 durfte der Kunstkreis St. Franziskus den interdisziplinären Klang- und Medienkünstler Alois Späth aus Berlin – gebürtiger Regensburger – zu einem Künstlergespräch mit anschließendem Stehempfang in der Kirche St. Franziskus empfangen. Es fanden sich gut 30 Kunstinteressierte im Kirchenraum ein.
Da-Sein in Kunst und Kirche
Noch selten fügte sich ein Kunstwerk so passend in den architektonisch schlicht entworfenen Kirchenraum von St. Franziskus ein. Der LED-Leuchtkasten mit seinen in gelb-braun gehaltenen ‚Pixelteilchen‘ wurde in Verbindung mit den bewusst reduzierten Medientechniken des Künstlers gebracht und lud somit zu einem neuen, unbekannten Kunsterlebnis ein. Wenige technische Geräte wie Computer, ‚Kinderkeyboard‘ und Boxen wurden vorab von Hr. Späth aufgebaut.
Diakon Tom Steffl führte kurzweilig, informierend und lebendig durch den Abend. Nach der Begrüßung wurde Alois Späth, sein Werdegang und sein Wirken beschrieben. Der Künstler lud im direkten Anschluss, bewusst ohne weitere Erklärungen dazu ein, sein Kunstwerk – LED Bild in Verbindung mit medialem Sounderlebnis – wirken zu lassen, los zu lassen, sich ein zu lassen, jegliche Entfaltung von Gedanken, Gefühlen, Erlebnissen, konzentriert auf das Bild, den Sound oder beides durften sich entwickeln, in meditativer Art, wenn möglich. Der erzeugte Sound ergab fließende, wenig in sich verändernde Rhythmen. Die Farbpunkte begannen sich, obwohl statisch unbeweglich installiert, zu bewegen, geradezu sich zu verändern, zu bewegen, mit dem Klang zu vereinen oder verändern.
Im Anschluss erläuterte Alois Späth die Grundlagen seiner medialen Kunst. Zunächst entsteht ein Bild, Sonne In Den Feldern entstand aus einem gelb gepixeltem Computerbild. Hierzu lässt der Künstler den Sound mit Hilfe seiner technischen Möglichkeiten und Kenntnisse entstehen. Erkenntnisse, dass bestimmte Tonarten, bestimmte Stimmungen, Bilder, Emotionen erzeugen und zu jeglichem Farbton diverse Reaktionen hervorgerufen werden, verhalfen den Besucherinnen und Besuchern zu einem anderen Verstehen und Erleben dieser Kunst. Es ergaben sich zahlreiche, durchaus auch kritische Fragen und Erlebnisschilderungen aus dem Kreis der Anwesenden: Benötigt das Bild Musik? Was beabsichtigt der Künstler? Klingt der Sound befremdlich? Das Werk wirkt sich auf den gesamten Raum aus. Gedanken verloren sich im Raum, die Fixierung auf das Bild verschwamm. Besonders treffend war die Beschreibung einer Kunstinteressierten, welche durch die Pixelform des Bildes den Kirchenraum mit seinen unzählig sichtbaren Mauersteinen neu erfuhr. Somit wurde das Werk fast in einer in sich übergehenden, sich ausweitenden Wirkung auf die Kirchenwand erlebt. Hervorragend!
Nach dem ‚offiziellen‘ Teil lud der Kunstkreis im ‚Foyer‘ der Kirche zu einem Stehempfang mit dem In-Getränk ‚Glüh-Spritz‘, mit oder ohne Alkohol, und einem kleinen kulinarischen Angebot ein. Es ergab sich ein durchaus langer, offener, lockerer Austausch mit dem Künstler und allen Kunstinteressierten. ‚Sonne In Den Feldern‘ war wettertechnisch weniger zu spüren, umso mehr an diesem Abend innerhalb der Kirche St. Franziskus.
Der Kunstkreis freut sich schon auf das nächste Künstlergespräch, bereits am 6. Juli 2024, um 19.00 mit Hr. Thomann aus St. Gallen zu seinem Kunstwerk ‚Der letzte Funke wird zur aufflammenden Hoffnung‘ und der musikalischen Gestaltung der Percussionistinnen und Musikerinnen Martina Eff und Lisbeth Schrettenbrunner.










