Das Erntedankfest wird in allen katholischen Pfarreien gefeiert, um Gott für die Gaben des Jahres zu danken. Aber reicht das rituelle Gedenken einmal im Jahr aus, um die Welt zu verändern?
Über die Tragweite des Erntedankfestes ist man sich eingentlich im Klaren, aber vielfach bleibt es beim jährlichen, rituellen Gedenken im Gottesdienst. Dass die Tragweite des Ernte-Dankens viel weitreichender gemeint ist, davon war im Sonntagsgottesdienst zum Erntedankfest in Burgweinting die Rede.
„Wem gehört das alles?!“, mit dieser Frage wurde beim Gottesdienst auf den „sozialen Sprengstoff“ aufmerksam gemacht, der in dieser Frage anklingt. Der Erntealtar, den der Katholische Frauenbund mit FrĂĽchten und GemĂĽse von Garten und Feld aufgebaut hatte, sei nur ein Ausschnitt aus den vielen Dingen, die Menschen zum Leben brauchen und mit denen sie sich versorgt wissen wollen. Dass diese „Gaben“ in Gesellschaft und Welt gerecht verteilt werden oder fĂĽr alle Menschen gut erreichbar sind, das ist nicht immer gewährleistet; sozialer Sprengstoff entzĂĽndet sich an der Ungleichverteilung der GĂĽter, die zum Leben notwendig sind.
Gerade in lebenswichtigen Dingen ist seit Monaten und Jahren eine enorme Preissteigerung zu beobachten. Dass solche Preissteigerungen vor allem einkommensschwache Haushalte unverhältnismäßig mehr betreffen, als Besserverdienende, das bestätigen nicht nur Wirtschaftsinstitute. „Das mĂĽsste doch aufhorchen lassen!“, so die provokante Frage beim Gottesdienst.
Das Evangelium vom Erntedanksonntag spielt die Frage zurĂĽck an die Wohlhabenderen: „Wem gehört all das, was du angehäuft hast?“. Der Ruf des Evangeliums ist eindeutig: mehr soziale Gerechtigkeit und ein deutlicher Ausgleich zwischen Arm und Reich! Wer nur fĂĽr sich selbst Schätze sammelt, wird vor Gott nicht reich werden.
Dieser Aufruf des Erntedanksonntags ermutigt alle, die Spanne zwischen Arm und Reich nicht größer, sondern kleiner werden zu lassen. In diesem Sinn ist das Evangelium eindeutig sozial ausgerichtet. Nur wer dieser Ausrichtung folgt, wird die Welt nachhaltig zum Besseren verändern.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Gottesdienstbesucher zu Espresso, Kaffee und Kuchen eingeladen. Der Kunstkreis hatte dazu eingeladen und vielen Gottesdienstbesuchern eine gute Gelegenheit geboten, nach der kirchlichen Feier beisammen zu bleiben und so manche gute Idee ĂĽber die Botschaft des Erntedanksonntags auszutauschen.









